Sinnvolles

Wir sind nun zwei Wochen bei Richi in Kanada. Es fühlt sich an als wäre es schon viel länger. Es stimmt hier einfach. Ein gutes Gefühl! 

Die erste Woche durften wir uns daran gewöhnen, dass wir keinen Stress haben. Nichts muss sofort fertig sein. Alles hat seine Zeit. Für uns, die aus dem total durchorganisierten Alltag kommen, ist es eine grosse Umstellung. Eine Arbeit an zu reissen, diese dann liegen lassen, da gerade etwas anderes anfällt und zwei Tage später die niedergelegte Arbeit wieder aufnehmen. Gewöhnungsbedürftig. Wir lernen gerade uns auf die Natur einzulassen.

Es ist toll den ganzen Tag draussen zu arbeiten. Immer ist was zu tun. Wir bewegen uns viel. Am Abend nach der Dusche spürt man die Muskeln und Knochen. Ein tolles Gefühl. Man weiss, man hat den ganzen Tag was wirklich Sinnvolles getan. Das Holzen wärmt im Winter das Haus. Die Pflanzen giessen lässt das Gemüse und die Früchte wachsen. Apfelmus machen bewahrt die Äpfel vom letzten Jahr vor dem verfaulen. Und so weiter. 

Nachdem die Sonne untergegangen ist, fällt man todmüde ins Bett und erwacht erst wieder, wenn einem die ersten Sonnenstrahlen vom nächsten Morgen wecken. 

Übrigens haben wir bereits einen Bär gesehen. Und ein Moose. Das einzige was wir aber fotografieren konnten sind Rehe. Beim Bär und Moose waren wir zu überrascht ;-)

Wir durften auch schon bei einem Grosseinkauf dabei sein. Da wir ca. 45 min. von der nächsten grossen Stadt entfernt sind, geht es alle 4 Wochen zum Grosseinkauf. Da wird dann alles in rechten Mengen eingekauft. Mehl, Salz, Zucker, Reis und Kaffee im 5 kg Sack. Auch Pasta und Fleisch wird a la CC Prodega geshoppt. Dies nicht nur, wegen der Distanz zu grossen Lebensmittelläden. Im Frühling muss auch damit gerechnet werden, dass Schlammlawinen die Strassen blockieren. Somit tut man gut daran etwas Vorrat von allem zu haben.

In den nächsten Tagen werden wir viel Holz bewegen. Etwa 20 Bäume haben wir nun gefällt. Jetzt gilt es, das Ganze klein zu sägen, zu spalten und anschliessend gedeckt zu stapeln, damit das Holz gut trocknen kann. Momentan sind die Morgenstunden noch kühl, ideal um Tonnen von Holz zu verarbeiten.

Obwohl diese Tätigkeit einen grossen Teil des Tages ausfüllt, ist immer noch genug Zeit für den Garten, das Kochen, die Tiere und das gemütliche beisammen sitzen. Dies obwohl wir relativ früh zu Bett gehen. 24 Stunden scheinen hier länger als in der Schweiz. Es hat seine Vorteile wenn man nicht den ganzen Tag mit Geld verdienen verbringt muss sondern „nur“ arbeitet um Grundbedürfnisse zu decken… Kost und Logie.